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Vögelein 

bong! macht's an der Scheibe.

ein Tannzapfen von der Föhre?

oh Schreck nein,

ein Vögelein.

weggeschleudert über einen Meter,

neben dem Bambus

zum Stillstand gekommen.

 

ich im Meditationssitz

Zeit vergeht

stehe auf 

gehe zum Vögelein.

 

sitzt da, die Augen halb geöffnet,

zittert – vor allem auf der rechten Seite.

armes Wesen.

du leidest. was gebrochen?

Mist! zum Vogeldoktor ?

Hole ein Tellerchen mit Wasser, 

schiebs vor den Vogel hin.

kein Wank

gehe zurück 

in den Meditationssitz

mit Blick – ab und zu –

zum Vogelkopf – unverändert

meditieren

gehe wieder hin

diesmal nehme ich ein dürres Bambusrohr vom Boden auf. 

möchte damit unter den Vogel greifen,

leicht anheben,

schauen, wie‘s der Verletzung dabei geht. nein! so nicht.

das Beben erlöscht.

fühlt sich geborgen
am warmen, hölzernen Stab?

warte ab ... das Vögelchen bleibt ruhig.

deponiere den Stab so, dass er entlang der rechten Flanke bleibt.

 

zurück zur Meditation.

 

Blick zum starren Vogel. 

beende die Meditation mit Gebet:
mögest Du alle leidenden Wesen
– insbesondere das Vögelchen –
vom Leid befreien.

 

starte den Computer auf, suche
nach Vogeldoktor.

gehe nochmals zum Vogel hin

und siehe da;

er kommt aus der Starre raus,
bewegt den Kopf, hüpft zwei Schritte zurück, 

und – fliegt davon!

 

zurück bleibt ein Scheissdreck
des Erschreckens.